Leseprobe.
„Das ist Oberkommissar Robert
Simarek, der ermittelnde Kollege im Mordfall Knausenberger. Das hier sind die
Herren Andreas Schmitz und Werner Pasulke vom BND“, stellte Duchene die
Anwesenden einander vor. Man gab sich die Hand.
„Die sehen eigentlich aus wie Bankangestellte“,
dachte Simarek, der nicht sagen konnte, ob er die beiden BND-Kollegen auf den
ersten Blick sympathisch oder unsympathisch fand. Und das verunsicherte ihn.
Denn normalerweise hatte er sofort einen ersten Eindruck, auf den er sich verlassen
konnte. Dieser Ersteindruck war seine Arbeitshypothese im Umgang mit Menschen,
doch hier versagte er.
Pasulke war ein schlanker
Mittdreißiger mit glatten, halblangen, schwarzen Haaren und scharfen
Gesichtszügen. Schmitz dagegen war eher schwammig, Mitte vierzig und trug Halbglatze,
allerdings mit würdevoller Selbstverständlichkeit. Er wirkte auf den ersten
Blick ein wenig abwesend, fast müde. Doch Simarek bemerkte, dass Schmitz wache
Augen hatte, die ihn durchdringend anblickten, als er das Wort ergriff.
„Herr Kollege, wir wollen gleich
zur Sache kommen. Natürlich möchten Sie
wissen, warum der BND an diesem Fall interessiert ist.“
Simarek nickte. „Ein toter
Diplomat, verwickelt in Geschäfte, die in Deutschland kritisch gesehen werden.
Und dann noch eine mutmaßliche Mordmethode, wie man sie aus Geheimdienstkreisen
kennt. Da brauche ich nicht mehr so viel Fantasie, oder?“
„Ja und nein“, diesmal ergriff
Pasulke das Wort. „Die Mordmethode würde uns am wenigsten auf den Plan rufen.
Wissen Sie, die Leute schauen zu viele James-Bond-Filme. Mordmethoden kann man
nachahmen, gerade heutzutage, wo im Internet schon Baupläne für Bomben zu
finden sind. Und so kompliziert ist es auch nicht, die Rizin-Kugel nachzubauen,
die Markow damals getötet hat. Man braucht natürlich das nötige Know-how.“